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Grenzen erfahren auf dem Pilgerweg

Wir waren dann mal weg....

Neun junge Erwachsene sind - begleitet von Ulrike Schwahn und Jürgen Zachmann - vom portugiesischen Küstenort Porto aus auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela gepilgert. 260 Kilometer zu Fuß in zehn Tagen – dabei haben die Studierenden erfahren, wie wenig sie zum Leben brauchen, sind an ihre Grenzen gekommen, haben Einsamkeit und Stille, aber auch intensive Gespräche erlebt sowie spirituelle Impulse in der Gemeinschaft erfahren.

„Der Teamgeist war beeindruckend in unserer Pilgergruppe. Wir haben uns in zehn Lauftagen auf dem Jakobsweg intensiv austauschen können“, betont Jürgen Zachmann, Jugendreferent des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Land. „Die Mischung hat gestimmt - vier Studentinnen und fünf Studenten, Neueinsteiger und Pilgererfahrene, junge Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen und Vorerfahrungen“, ergänzt Ulrike Schwahn, Jugendreferentin im Evangelischen Dekanat Bergstraße.Jede und jeder habe einmal den spirituellen Impuls zu Beginn des Tages gestaltet. Es sei auch um Fragen nach den eigenen Zielen, den persönlichen Empfindungen und den Grenzen gegangen, denen sich die jungen Frauen und Männer allein oder in kleinen Teams  beim Gehen gestellt haben.

Die Gruppe ist auf dem Jakobsweg ‚Caminho Portugues‘ gepilgert, der von der portugiesischen Hafenstadt Porto aus zunächst an der Küste entlang in nördlicher Richtung nach Spanien verläuft. Gerade zu Beginn sei der Küstenweg beschwerlich gewesen, viele Wege seien asphaltiert, die Hauptstraßen verlaufen in der Nähe des Pilgerweges, zum Teil musste die Gruppe über Holzbretter laufen und es gab selten natürlichen Untergrund, so die Teamer. „Anfangs waren wir nie allein, es war oft laut, aber je weiter wir in  den Norden von Galizien kamen,  umso besser wurden die Bedingungen für uns“, so der Jugendreferent. Nicht überall gibt es Unterkünfte für Pilger, daher musste die Gruppe Tagesetappen zwischen 18 und 34 Kilometer bewältigen. Sie sind einen Umweg gelaufen, um in der Herberge eines Franziskaner-Klosters übernachten zu können. „Der Kontakt mit den Mönchen, das gemeinsame Essen und der Gottesdienst am Abend haben uns alle beeindruckt“, berichtet die Jugendreferentin.  „Die archaische, klösterliche Lebensweise, der spartanisch eingerichtet, große Schlafsaal mit den Doppelstockbetten und dem Vorhang hat auch gezeigt, wie wenig der Mensch braucht“, ergänzt Zachmann.

Diese Erkenntnis habe die Gemeinschaft auf der Tour erfahren, der Tagesablauf sei von Aufstehen, Laufen, Essen und Wäsche waschen - damit sie nachts trocknen kann – und Schlafen bestimmt gewesen. Alle kamen auf einzelnen Etappen an ihre körperlichen Grenzen, waren erschöpft, hatten einen Sonnenbrand oder wunde Füße. „Es ist eine wichtige Lernerfahrung, auf den Körper zu hören und eine Ruhepause einzulegen, dazu muss der unbedingte Wille zum Durchhalten überwunden werden“, weiß der Jugendreferent, der seit vielen Jahren Gruppen auf dem französisch-spanischen Jakobsweg begleitet. „Nach dem Laufen reflektieren wir in Einzel- und in Gruppengesprächen die Erfahrungen des Tages“, sagt seine Kollegin von der Bergstraße. Höhepunkt für die Pilgernden war das Laufen der letzten Kilometer von der Anhöhe aus nach Santiago de Compostela und der Besuch der weltberühmten Kathedrale.

Auch für 2019 planen Ulrike Schwahn und Jürgen Zachmann wieder eine Pilgertour, allerdings diesmal auf dem bekannten Jakobsweg von Frankreich nach Spanien bis zum Zielort Santiago de Compostela.

Text und Fotos: Maline Thierolf

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