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Ein Leben für Gemeinde und Diakonie

(c) NRD

Hermann Gunkel wurde vor 60 Jahren in den Pfarrdienst ordiniert

von Rebecca Keller

Hermann Gunkel blickt auf ein langes Pfarrerleben zurück: Heute vor 60 Jahren wurde er in den Dienst in der evangelischen Kirche ordiniert. „Dankbarkeit“ ist, was ihn dabei erfüllt, wie er gegenüber dem ECHO sagt. Genau 15 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges begann er am 8. Mai sein Amt als Pfarrer im Lahn-Städtchen Biedenkopf. Danach betreute der Theologe Gemeinden in Emmerichenhain im Westerwald, Bensheim-Schwanheim, Heppenheim bevor er nach Nieder-Ramstadt kam. 1988 bis 1994 war er hier Pfarrer der Nieder-Ramstädter Heime, heute Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD), und Vorstandsvorsitzender. Zuvor war Hermann Gunkel bereits neun Jahre Mitglied im Verwaltungsrat der NRD.


Geboren in Pfungstadt, machte er Abitur in Darmstadt und studierte Evangelische Theologie in Frankfurt und Göttingen und Neuendettelsau. Neben seinem Pfarrdienst betätigte sich der Neunundachtzigjährige auch journalistisch in der Regionalredaktion der Zeitung „Weg- und Wahrheit“, dem Vorläufer der heutigen Evangelischen Sonntagszeitung. Auch fotografisch ist Hermann Gunkel ambitioniert, hat er doch ein großes Fotoarchiv von Kirchen in seiner Landeskirche, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Mit Eintritt in den Ruhestand 1994 wählte er gemeinsam mit seiner Ehefrau den Mühltaler Ortsteil Waschenbach als Ruhesitz. In Kirchengemeinden ist er in der Seniorenarbeit aktiv, hält Diavorträge zu historischen Themen, Lebensschreibungen oder Reiseberichte, wie etwa beim Waschenbacher Treff der Evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Ramstadt, zu der er selbst gehört. Auch Gottesdienstvertretung übernahm er noch gelegentlich in umliegenden Gemeinden.

Hermann Gunkel hat sich immer schon für die Menschen interessiert. Früher für die Mitglieder seiner Gemeinden, später auch für historisch bedeutsame Personen. Der Pfarrer, der seit 24 Jahren im Ruhestand ist, hat sich etwa in den vergangenen Jahren mit Wilhelm Röhricht (1893-1959) beschäftigt und ein Buch geschrieben, das 2016 erschienen ist. Dabei hat ihn seine Frau Hilde, frühere Deutsch- und Religionslehrerin, unterstützt, wie er berichtete. Die beiden haben zwei Töchter, eine davon ist Pfarrerin, und einen Sohn.

Gunkel selbst hatte den Diakoniepfarrer Röhricht in früheren Jahren erlebt und war von ihm seitdem beeindruckt. Wilhelm Röhricht leitete 32 Jahre lang den Hessischen Landesverein der Inneren Mission, war bis 1941 im Vorstand der Nieder-Ramstädter Heime und von 1936 bis 1952 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Ramstadt. Daher steht Hermann Gunkel Röhricht auch so nahe. Gleich, als er in Ruhestand ging, schrieb Gunkel ein Buch über die Nieder-Ramstädter Heime, außerdem eine Biografie über einen Diakoniepfarrer in Rheinhessen, Franz-Joseph Helferich. Zum 80-jährigen Bestehen der Lazaruskirche 2016 verfasste er einen Aufsatz für die Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung. Gerade hat er einen Vortrag über Shalom Ben-Chorin fertig gestellt, den er in der Paulusgemeinde in Darmstadt hätte halten sollen, wegen Corona aber verschoben werden musste.

Text: Rebecca Keller

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