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Herbstsynode des Dekanats

Nachhaltig, umweltbewusst und glaubwürdig handeln

© Maline Thierolf/DekanatKathrin Saudhof erläutert auf Herbstsynode des Dekanats das Umweltschutzmanagement Der Grüne Hahn

„Umweltmanagement für Kirchengemeinden mit Zukunft“ war das Schwerpunktthema der Herbsttagung der Synode des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Land in Ober-Ramstadt. Die Delegierten haben außerdem ein neues stellvertretendes Mitglied in die Synode der Landeskirche gewählt und sich über den Stand der Fusion mit dem Nachbardekanat informiert. Die Synodenmitglieder aus den 18 Kirchengemeinden diskutierten auch über den Namen des zukünftigen Großdekanats.

Ober-Ramstadt. Wie die Kirchengemeinden nachhaltig, umweltbewusst und glaubwürdig handeln können, das erläuterte Kathrin Saudhof, Referentin am Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Es gebe einen biblischen Auftrag an die Menschen, Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung zu übernehmen. „Angesichts der planetaren Belastungsgrenzen, die nicht überschritten werden sollen, ist eine Transformation der Gesellschaft zu mehr Nachhaltigkeit unabdingbar.“ Kirchengemeinden könnten aktiv werden, indem sie das qualifizierte Umweltmanagement ‚Der Grüne Hahn‘ verankern. Das führe unter anderem zu einer Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs, einer Änderung des Nutzerverhaltens, dem fairen Einkauf umweltfreundlicher Produkte, der Vermeidung von Müll und dem Arbeitsschutz – beispielsweise bei der Verwendung von Reinigungsmitteln. Auch das Außengelände werde durch naturnahe Gestaltung ökologisch aufgewertet. Dass viele Gemeinden schon Schritte dazu eingeleitet haben, zeigen Gottesdienste wie auch Gemeindebriefbeiträge, die Umwelt Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung thematisieren. „In einem zehnstufigen strukturierten Prozess wird die Kirchengemeinde angeleitet, das Gemeindeleben  schrittweise umweltfreundlicher und nachhaltiger zu gestalten“, so Saudhoff. Zunächst gründet sich ein Umweltteam, das von einem/einer kirchlichen Umweltauditor/-in begleitet und beraten wird. Nach einer  Bestandsaufnahme werden die Ziele und Maßnahmen für die nächsten vier Jahre festgelegt. Am Ende des Prozesses winkt die Auszeichnung mit dem Zertifikat ‚Der Grüne Hahn‘. Der Dekanatssynodalvorstand (DSV) des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Land unterstützt das Engagement: die ersten drei Kirchengemeinden, die das Zertifikat erhalten, werden mit je 2.000 Euro prämiert. Doch für die Kirchengemeinden ergeben sich weitere Anreize. „Sie erschließen auch die Fähigkeiten und Talente Ihrer Mitglieder, verbessern die Transparenz durch die Bestandsaufnahme sowie die Überprüfung der Entwicklung und erhöhen die Glaubwürdigkeit“, wirbt die Klimaschutzmanagerin für die Teilnahme.

Stand der Fusion mit dem Nachbardekanat

Die 43 Delegierten vertreten rund 44.000 evangelische Christinnen und Christen aus 18 Kirchengemeinden zwischen Erzhausen und Pfungstadt, Roßdorf und Ernsthofen. Sie wählten einstimmig Gottfried Kleiner (Ober-Ramstadt) zum stellvertretenden Mitglied in die Synode der Landeskirche EKHN.  Von deren Frühjahrstagung berichtete Ulrike Bochmann-Lilge (Eschollbrücken) und gab einen Ausblick auf die Themen der nächsten Tagung im November. 

Über den Stand der Fusion mit dem Nachbardekanat Darmstadt-Stadt informierten Dekan Arno Allmann und Pfarrer Christoph Mohr (Nieder-Ramstadt). Einige inhaltliche Herausforderungen wie die gemeinsame Pfarrstellenbemessung und die Erörterung des Dekanatssitzes seien bereits erfolgt, Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit den Strukturen im Bereich der Kirchenmusik und der Gemeindepädagogik im zukünftigen Großdekanat beschäftigen. Dieses wird am 1. Januar 2022 durch die Fusion der Evangelischen Nachbardekanate Darmstadt-Land und Darmstadt-Stadt entstehen. Was soll bis zur Fusion festgelegt werden, was sollen die zukünftige Synode und der neue DSV ab 2022 entwickeln? Diesen Fragen stellt sich die Steuerungsgruppe Fusion, die paritätisch aus Vertreterinnen und Vertretern beider Dekanate besetzt ist. Arno Allmann erläutert, was den Mitgliedern aus Darmstadt-Land besonders wichtig ist ins neue Dekanat zu übernehmen: „Die Solidarität der Kirchengemeinden untereinander, die einen finanziellen Ausgleich bei Gemeindepädagogik, Kirchenmusik und anderen Arbeitsfeldern ermöglichen und sich unterstützen. Die Zukunft der Trauerseelsorge ist für uns ebenfalls von großer Bedeutung. Außerdem wollen wir das hochkarätige und sehr populäre Programm von ‚Donnerstags:Kultur‘ mit dem Mix aus Musik, spirituellen theologischen Vorträgen und  Kabarett in dieser oder anderer Form weiterführen.“ Den zukünftigen Dekanatssitz in der Kiesstraße in Darmstadt nannte Allmann „einen genialen Ort“, der Angebote für Kinder und Jugendliche mit dem Arbeits- und Verwaltungssitz des neuen Evangelischen Dekanats und des Regionalen Diakonischen Werks verknüpfe und somit auch Anlaufpunkt für Menschen mit Unterstützungsbedarf sei.

Diskussion um Dekanatsnamen

Auf Antrag der Evangelisch-Reformierten Waldensergemeinde Rohrbach-Wembach-Hahn  diskutierten die Mitglieder der Synode über den Namen des zukünftigen fusionierten Dekanats. Die DSVs der beiden Dekanate hatten auf der gemeinsamen Synode im August 2019 den Namen „Evangelisches Dekanat Darmstadt“ per Antrag vorgeschlagen. Auch der DSV Darmstadt-Land hatte mit großer Mehrheit diesen Namen befürwortet. Eine Entscheidung soll im Februar 2020 fallen. Johannes Diehl formulierte als Vertreter der Waldensergemeinde die Vorbehalte gegen diese Namensgebung. Das zukünftige Dekanat bestehe zur Hälfte aus der Stadt Darmstadt und zur Hälfte aus dem Umland, das von der Rheinebene bis zum Odenwald reiche mit vielen unterschiedlichen Kommunen, die dörflichen oder kleinstädtischen Charakter haben sowie andere Ansprüche und Zielsetzungen als die Großstadt. Dies sollte sich auch im Namen ausdrücken – beispielsweise Evangelisches Dekanat Region Darmstadt. Arno Allmann betonte, dass das ganze Umland auf Darmstadt bezogen sei, viele Dienste wie die Krankenhausseelsorge sich in der Stadt befänden. Wichtiger als der Name seien die Inhalte und die Arbeitsstrukturen im zukünftigen Dekanat. Es sei lohnender dafür seine Energie einzusetzen. Außerdem habe das Dekanat den bisherigen Namen Darmstadt-Land seitens der Kirchenleitung erhalten. In der anschließenden Diskussion votierten einige Synodale dafür, die Region im Namen zu berücksichtigen. Christoph Mohr dankte für die Diskussionsbeiträge und sagte zu, im DSV dieses Thema noch einmal zu besprechen.

Die Tagung begann  mit einer Andacht von Pfarrer Raphael Eckert-Heckelmann (Weiterstadt) zum Bibelvers aus Jesaja 54,10. Der Theologe und seine Ehefrau bewirtschaften seit zehn Jahren jeden Sommer eine Sennalpe mit Milchkühen und Kälbern, hüten die Tiere, melken sie und stellen Joghurt und Käse her. Er sprach davon wie nah er dort bei den Tieren, bei sich selbst und bei Gott sei. Der Verzicht auf viele Dinge ermögliche ein Leben in großer Fülle, Resonanz, Berührung und das Bewusstsein für Gottes Schöpfung. 

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