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Evangelische Jugend auf Pilgertour

„Mit wie wenig komme ich aus?“

Ev. Jugend

Buen Camino – der richtige Weg. Das war für die Evangelische Jugend Bergstraße und Darmstadt-Land elf Tage lang der Jakobsweg, auf dem sie in diesem Jahr bereits zum dritten Mal pilgerte.

Bildergalerie

© Jürgen Zachmann/EJDL

Jedes Jahr ein Stück, aber immer mit  Ankommen in Santiago de Compostela, hatten sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorgenommen. Nach rund 240 gelaufenen Kilometern ging es deshalb mit dem Bus zum Zielort. In diesem Jahr pilgerte die Evangelische Jugend rund um Leon in Kastilien. Die Tour startete in Fromista und endete in Ponferrada. Von dort will sie im nächsten Jahr direkt die letzten ca. 240 km nach Santiago de Compostela laufen. 

Start vor Sonnenaufgang

Pilgern ist mehr als Wandern, betont die Bergsträßer Dekantsjugendreferentin Ulrike Schwahn, die die Gruppe begleitete. Ihr Kollege Jürgen Zachmann, Jugendreferent im Evang. Dekanat Darmstadt-Land, ergänzt: „Es geht zum Beispiel um  Fragen wie: Was brauche ich zum Leben?  Mit wie wenig komme ich aus? Die Antwort ist im Grunde einfach: Die Kleidung, die jeder am Körper trägt und das, was in den kleinen Wanderrucksack passt. Denn alles musste täglich Dutzende Kilometer weit getragen werden. Der eine oder andere Luxusgegenstand wie eine Kamera durfte dann aber doch nicht fehlen“. Die Pilgergruppe startete meist schon vor Sonnenaufgang, gegen Mittag trudelten dann die ersten in der Albergue, der oft einfachsten Pilgerherberge, ein und am Nachmittag gab es eine kleine Runde, in der die nächste Etappe besprochen und die nächste Herberge reserviert werden konnte. In diesem Jahr erstmals dabei war Pfarrerin Anja Schwier-Weinrich von der Nachwuchswerbung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die Theologin hatte mit geistlichen Impulsen die Pilgerreise ergänzt.

Auszeit nehmen

„Wo die eigene körperliche Grenze liegt, war die gesamte Zeit über spürbar. Die eine oder der andere machten sich dann auch schon einmal für eine Nacht allein auf den Weg und testeten, wie weit die Beine sie tragen konnten“, berichten Ulrike Schwahn und ihr Ober-Ramstädter Kollege Jürgen Zachmann. Nach ihren Beobachtungen fühlen sich immer mehr junge Menschen von Pilgerangeboten angesprochen. Das habe unterschiedliche Gründe. „Wir hören und erleben immer wieder, dass viele sich regelrecht danach sehnen, das Handy einfach mal auszuschalten, der eigenen Spiritualität nachzugehen, eine Auszeit zu nehmen und sich mit den eigenen Wünschen und Sehnsüchten zu beschäftigen.“

Blasen haben Namen bekommen

Nicht nur der Weg, sondern auch die vielen Gespräche innerhalb der Gruppe sowie mit anderen Pilgern regten nach Angaben der Gruppe zum Nachdenken an. „Von der gemeinsamen Zeit nehmen wir viel mehr mit als wunde Füße und die Eindrücke der schönen Landschaft. Auch wenn äußerlich die kinesiologischen Tapes an den Beinen immer bunter und größer wurden und die vielen Blasen an den Füßen Namen bekommen haben, so wurde immer wieder rückgemeldet, wie dankbar und innerlich berührt die Pilger und Pilgerinnen für diese Zeit, diesen Weg waren“, betont Ulrike Schwahn. „Mit diesem Angebot für junge Erwachsene habt ihr was ganz wunderbares geschaffen! Wie kann ich nur das, was ich hier über mich erfahren habe, in meinen Alltag mitnehmen?“ lautete die Frage einer Mitreisenden, die viel über die Bedeutung des gemeinsamen Pilgerns aussagt. Für viele stehe bereits fest, dass sie irgendwann auch den Rest des Camino de Santiago laufen werden.

 

Der nächste Buen Camino findet vom 03.09. bis zum 14.09.2020 statt. Zuvor bietet die Evangelische Jugend Bergstraße vom 24. bis zum 26.04.2020 eine „Kleine Auszeit für junge Erwachsene“ in Wirberg an.

Internet:ev-jugend-bergstrasse.com; ejdl.de

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