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Vermittlung von Glaube durch Nähe und Kontakt

Gudrun HauslPfarrer Konrad Rampelt vor dem Glockenturm der Melanchthongemeinde Griesheim

Pfarrer Konrad Rampelt verlässt nach 27 Jahren die Melanchthongemeinde Griesheim und übernimmt vorübergehend ab Oktober die halbe Pfarrstelle in Ernsthofen. Als langjähriges Mitglied im Dekanatssynodalvorstand hat er die Etablierung der mittleren Ebene begleitet.

Gudrun HauslPfarrer Konrad Rampelt wird in Griesheim verabschiedet

GRIESHEIM/ERNSTHOFEN: Konrad Rampelt hat sich für einen Neuanfang entschieden. Nach Monaten intensiver Reflektion gab letztlich eine schwere Erkrankung den Impuls, sich nach 27 Jahren als Pfarrer der Evangelischen Melanchthongemeinde Griesheim neu zu orientieren. „Ich änderte aus gesundheitlichen Gründen meine Lebensweise, meinen Lebensstil und danach reifte die Entscheidung auch beruflich eine Veränderung zu suchen“, betont der 61-jährigeTheologe. Gemeinsam mit Pröpstin Karin Held und Dekan Arno Allmann hat Konrad Rampelt neue Perspektiven für seine künftige Tätigkeit entwickelt. Ab Oktober ist er der Pröpstin beigegeben und wird vorübergehend in die Evangelischen Kirchengemeinde Ernsthofen auf die halbe Pfarrstelle entsandt und weitere Dienste in der Propstei Starkenburg übernehmen. Der Pfarrer ist sehr zufrieden mit den neuen Aufgaben, kann er doch auf vielfältige Erfahrungen in Kirchengemeinden und auf Dekanatsebene sowie als Berater beim IPOS zurückgreifen. Konrad Rampelt engagierte sich drei Wahlperioden als Mitglied im Dekanatssynodalvorstand (DSV) und konnte so von Anfang an die Verlagerung von Aufgaben, Kompetenzen und die Installation von Fachstellen auf die so genannte „Mittlere Ebene“ des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Land begleiten. „Wir haben im DSV die Entscheidung für den Dekanatssitz und den Neubau in Ober-Ramstadt in die Wege geleitet“, so der Pfarrer. In besonders guter in Erinnerung sind ihm auch die Dekanatskirchentage in Roßdorf und Pfungstadt, die es zu organisieren galt.

Große Projekte und Aktionen initiiert

„Das Leben im Geiste Jesu Christi ist ein freies und verantwortungsvolles Leben, das sehr viel Energie freisetzt“, betont Rampelt, der diese Kraft auch sichtbar und spürbar machte. So hat er 1996 die Weihnachtsaktion ‚Kinder helfen Kinder‘ initiiert. Dabei packen Kinder in Griesheim und der Region Päckchen für Kinder in Rumänien, die per Lkw von einem Team der Melanchthongemeinde nach Siebenbürgen gebracht werden. Das Hilfsprojekt startete klein und hat eine beachtliche Dimension erreicht, denn 36.000 Kinder und ihre Familien haben in diesen 23 Jahren „diese Zeichen der Solidarität“ erhalten. Rampelt ist oft mitgefahren nach Rumänien und empfand es beglückend die Freude der Kinder zu erleben. Außerdem hat er stets die Kontakte zu den Kirchengemeinden in seiner alten Heimat Siebenbürgen, wo er aufwuchs, studierte und als junger Pfarrer tätig war, gepflegt. Auch setzte er sich unter anderem für den Erhalt der Kirche seines Heimatdorfes ein.

Ein weiteres Projekt, das viele in Griesheim elektrisierte und mobilisierte, war der Bau eines modernen Glockenturms für die Melanchthongemeinde. Mit kreativen Aktionen und gezieltem Fundraising warb er öffentlichkeitswirksam hohe Spendensummen ein. „Die Chöre haben gesungen für die Realisierung des Glockenturms, es gab Benefiz-Fußballturniere und vieles mehr“ erinnert sich Rampelt gern an diese Zeit bis zur Errichtung des Glockenturms im Jahr 2010. Bereits Pfarrer Heinz Czaia, der die Melanchthongemeinde 1964 mit initiierte und den Bau des neuen Gemeindezentrums vorantrieb, habe den Glockenturm mit geplant. Doch das Budget reichte in den 1960er Jahren nur für die Anschaffung eines Glockenspiels mit fünfunddreißig Glocken auf einem provisorischen Träger.

Zur Kommunikation geboren

Der Fußballverein in Griesheim wurde für Konrad Rampelt zur zweiten Heimat, obwohl sich sein Interesse für den Sport als Ausgleich für den Beruf erst in der südhessischen Kommune entwickelte. Seine musikalischen Neigungen hingegen lebte er bereits als Kind aus - er spielte Akkordeon im Verein, später auch als Musiker auf Tanzveranstaltungen. Und als junger Pfarrer in Siebenbürger predigte er nicht nur, sondern spielte manchmal während Gottesdienste auch auf der Orgel. Der Pfarrerberuf scheint auf Menschen wie ihn zugeschnitten zu sein. „Wir sind zum Gespräch, zur Kommunikation geboren“, sagt er in Anlehnung an ein Zitat des Reformators Philipp Melanchthon. So suchte er auch den Kontakt zu den Eltern der Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie der Kita-Kinder. „Vermittlung von Glauben basiert auf Nähe und Kontakt - das ist insbesondere bei den Jugendlichen wichtig. Wir sind alle Kinder Gottes, können uns gemeinsam am Glauben freuen und uns gegenseitig das Leid anvertrauen“, so Rampelt, der auch gerne in seinen Gruppen die Gebetskette ‚Perlen des Glaubens‘ einsetzt. So könne er die vielschichtigen und segensreichen Botschaften des Evangeliums für alle Altersstufen erlebbar machen. „Es ist wie eine warme Quelle im Innern, es entstehen Resonanzen und man fühlt sich wahrgenommen“, erläutert der Theologe. Wichtig war ihm auch die ökumenische Zusammenarbeit in Gesprächskreisen und bei gemeinsamen Projekten, dazu zählten auch große Veranstaltungen wie die „Nacht der Kirchen“ in Griesheim. Rampelt hat mit viel Energie und Engagement besondere Formate für die Gemeinde entwickelt, große Feste organisiert und Konzerte mit dem Liedermacher Clemens Bittlinger und anderen Musikerinnen und Musikern veranstaltet. Konrad Rampelt ist in Griesheim ebenso stark verwurzelt wie seine Ehefrau Maria, die als Rektorin der Schillerschule auch eine Person des öffentlichen Lebens dieser Kommune ist. Das Paar wird weiterhin in Griesheim wohnen und hat bereits ein schönes Haus gefunden. Der bodenständige und humorvolle Theologe war in der Stadt meistens mit dem Fahrrad unterwegs und begegnete den Menschen zugewandt und herzlich. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie sei Zuwendung und Seelsorge eine wichtige Aufgabe, denn viele seien auf der Suche nach neuen Perspektiven. Gerne begleitet der erfahrene Seelsorger andere durch die schönen wie auch die Schatten-Seiten des Lebens, gibt Rat und spendet Trost. Er schätzt, dass er rund 800 bis 900 Trauerreden auf Beerdigungen gehalten hat, da sei es wie in den Trauergesprächen mit den Angehörigen wichtig gewesen, einfühlsam und therapeutisch geschult die richtigen Worte zu finden und zuweilen auch humorvoll auf Lebensabschnitte der Verstorbenen zurückzublicken.

Berufliche Stationen

Konrad Rampelt ist im rumänischen Siebenbürgen aufgewachsen, hat Theologie studiert und wurde am 10. September 1986 in Hermannstadt ordiniert. Daraufhin war er sechs Jahre als Pfarrer in Kleinschenk und Mediasch tätig. Am 1. Februar 1993 übernahm er die Pfarrstelle der Melanchthongemeinde Griesheim, den südlichen Bereich. 

In Ernsthofen übernimmt er ab Oktober vorübergehend die halbe Pfarrstelle, die seit März vakant war, nachdem Pfarrerin Gabriele Heckmann-Fuchs in die Evang. Kirchengemeinde Groß-Bieberau wechselte. Konrad Rampelt und seine Ehefrau Maria haben zwei erwachsene Söhne.

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