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Stralsund statt Santiago

Pilgern an der Ostseeküste

(c) Evang. Jugend DL/Bergstr.Die Pilgergruppe vor einer Usedomer Kirche

Nach einer anstrengenden Pilgeretappe sitzen die sechs jungen Erwachsenen in Zingst an der Ostsee müde, aber zufrieden auf der Wiese des Campingplatzes. Jetzt wollen sie noch Risotto kochen, gemeinsam mit Abstand essen und dann in die Koje eines der kleinen Zelte zum Schlafen zurückziehen. Sie sind nach neun Tagen und fast 200 Kilometern körperlich fertig, haben mitunter Blasen oder wunde Füße, fühlen sich seelisch gut und sind geistig wach.

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(c) Evang. Jugend DL/Bergstr.

Pilgern an der Ostseeküste

Nach einer anstrengenden Pilgeretappe sitzen die sechs jungen Erwachsenen in Zingst an der Ostsee müde, aber zufrieden auf der Wiese des Campingplatzes. Jetzt wollen sie noch Risotto kochen, gemeinsam mit Abstand essen und dann in die Koje eines der kleinen Zelte zum Schlafen zurückziehen. Sie sind nach neun Tagen  und fast 200 Kilometern körperlich fertig, haben mitunter Blasen oder wunde Füße, fühlen sich seelisch gut und sind geistig wach. Jürgen Zachmann, Jugendreferent im Evangelischen Dekanat Darmstadt-Land und seine Bergsträßer Kollegin Ulrike Schwahn begleiten als erfahrene Pilgerführer die jungen Menschen auf ihrer zehntägigen Pilgertour auf dem Jakobsweg und dem Küstenweg im Nordosten von Deutschland. „Es ist ein anderer Lebensrhythmus, archaisch und reduziert auf Grundbedürfnisse, wir laufen, kochen und essen, waschen uns und schlafen. Gemeinsam starten wir mit einem geistlichen Impuls in den Tag, das kann in einer Kirche oder auf einer Wiese sein“, erläutert Zachmann und die Dekanatsjugendreferentin ergänzt: „Jede und jeder läuft im eigenen Tempo, manchmal allein, zu weit oder zu dritt, mal redend, mal schweigend.“ Wer nach rund 15 Kilometer eine Schwächephase habe, könne zudem den Begleitbus nutzen, der die Zelte transportiert.

Für die junge Pfungstädterin Laura ist die Tour „ein Urlaub der besonderen Art, raus aus der Komfortzone, sich was zutrauen und was ausprobieren“ und ihre Freundin Fiona betont: „Pilgern ist sehr intensiv, eine echt gute Erfahrung. Das habe ich so in allen Facetten noch nicht erlebt.“ Daniel, der in Bürstadt wohnt und in Heidelberg Physik studiert „nutzt das Pilgern als Auszeit, um aus Alltag rauskommen“. Lena, die gerade ein Studienpraktikum bei der Evangelischen Jugend Darmstadt-Land absolviert, fand zum einen die „spirituelle Herausforderung interessant“ und zum andern „spannend zu erleben wie Freizeiten gestaltet werden können“. Jane hatte „Zeit und Lust für das Wandern auf dem Jakobsweg“ und ist motiviert „neue Leute kennenzulernen und sich austauschen“. Sie fand es gut, dass die Pilgertour nicht wie zunächst geplant in Spanien stattfand, sondern Corona-bedingt in den Norden von Deutschland verlegt wurde. So beschreibt es auch Lilly aus Kleve am Niederrhein: „Ich wollte schon immer mal den Jakobsweg entlang der Ostsee laufen, zumal ein Teil meiner Familie von hier kommt“.

Stralsund statt Santiago

Die Pilgertour startete auf der Insel Usedom und von dort lief die Gruppe bis nach Greifswald auf dem Jakobsweg, anschließend weiter auf dem Küstenwanderweg bis zum Fischland Darß. Die letzte Etappe endet in Ribnitz-Damgarten. Das ist eine Wegstrecke von rund 220 Kilometer. Anstatt in spanischen Pilgerherbergen nächtigen die Frauen und Männer in Einzelzelten auf Campingplätzen oder in Einrichtungen der Evangelischen Kirche. Hier zeige sich auch der Unterschied zu den professionellen Pilgerangeboten in Spanien, so Zachmann und erläutert: „In Stralsund und anderen Orten in Mecklenburg-Vorpommern sind wir von Schwestern und Brüdern mit offenen Herzen eingeladen worden, die Gemeindehäuser und Kirchen für Übernachtung und spirituelle Einkehr zu nutzen. Letztendlich hatten wir viel mehr Zusagen, als wir buchen konnten.“ Auch Ulrike Schwahn zeigt sich begeistert von den Begegnungen mit den Menschen im Norden, der Naturlandschaft und auch den stillen, einsamen Strecken dieser besonderen, nicht vergleichbaren Tour: „Pilgern ist eine schöne Möglichkeit für junge Erwachsene aufzutanken.“ Oft seien diese ehrenamtlich aktiv aber für sie gebe es in der Kirche wenig Angebote. „Die Gruppe harmoniert, stellt sich den Herausforderungen und hat eine Achtsamkeit füreinander und miteinander entwickelt“, lobt die Dekanatsjugendreferentin die Teilnehmenden. Die wiederum sind beeindruckt von den Menschen im Nordosten Deutschlands, die mit einfachen Mitteln nachhaltige Lebensperspektiven entwickeln, beispielsweise im biologischen Landbau.

Online: Evangelische Jugend Bergstraße I Evangelische Jugend Darmstadt-Land

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