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Neue kirchliche Formate für junge Menschen

Peter Bongard/EKHNPfarrerin Dr. Ruth Sauerwein

Dr. Ruth Sauerwein ist ab Oktober neue Pfarrerin in Pfungstadt und komplettiert das Pfarrteam der großen Evangelischen Kirchengemeinde.

Peter Bongard/EKHNPfarrerin Dr. Ruth Sauerwein

PFUNGSTADT: Die promovierte Theologin Ruth Sauerwein tritt am 1. Oktober eine halbe Pfarrstelle in Pfungstadt an und ist dann Teil eines vierköpfigen Pfarrteams, dem Bernhard Dienst, Michael Dietrich und Gudrun Olschewski angehören. Einen eigenen Bezirk hat die neue Seelsorgerin nicht, aber sie ist eingebunden in den allgemeinen Pfarrdienst mit Gottesdiensten und Beerdigungen. Daneben wird sie sich besonderen Aufgaben widmen – der Mitgliederorientierung sowie der Unterstützung derjenigen, die sich neben- oder ehrenamtlich in der Kirchengemeinde engagieren. „Es gibt in der Kirche kaum attraktive niedrigschwellige Angebote für junge Menschen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, auch für diese Zielgruppe wollen wir Formate entwickeln“, erläutert die 39-Jährige. Sie lebt mit ihren zwei Kindern – acht und zwei Jahre alt - sowie ihrem Mann seit fünf Jahren in Traisa, Markus Sauerwein ist in der dortigen Evangelischen Kirchengemeinde Pfarrer. Bei gutem Wetter wird sie für die zehn Kilometer lange Strecke zwischen Wohnort und Pfungstadt das E-Bike nutzen. Ruth Sauerwein will sich erst einmal alles anschauen und mit vielen ins Gespräch kommen. „Ich werde Augen und Ohren offenhalten, um die Kultur dieser großen, volkskirchlich geprägten Gemeinde kennenzulernen und zu erfassen, was gebraucht wird“, so die neue Pfarrerin, die „kein festes Programm“ hat, sondern „den Bedürfnissen vor Ort gerecht werden will“. Da sie kommunikativ und zugewandt ist, fällt es ihr leicht, mit Menschen unterschiedlichen Alters ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig freue sie sich, medial wirksame Aktionen und digitale Formate zu entwickeln. Von Januar bis Juni dieses Jahres hatte sie Elternzeitvertretung für ihren Mann Markus in Traisa übernommen. Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie im März legte sie das digitale Format ‚Sofa-Kirche‘ auf. „Ich fand es schon immer spannend, neue Medien zu nutzen und diese wöchentlichen Videos im Team zu produzieren, hat mir Spaß gemacht und ich habe viele positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Ruth Sauerwein. Sie weiß auch um die Herausforderungen des Mediums von der professionellen Schnitttechnik bis zur kurzen und prägnanten Predigt, die den Kern der Botschaft treffen soll. “Das Musikalische in der digitalen Aufnahme macht oft den Unterschied. Ich liebe in Präsenzgottesdiensten die Orgelmusik, aber bei einem Video sind Gesang und Klavier leichter vom Publikum zu rezipieren, moderne geistliche Musik erzeugt hier Bedeutung und Tiefe,“ so Sauerwein. Ansprechende und anregende Gottesdienste vorzubereiten und zu gestalten ist für sie eine erfüllende Aufgabe, ebenso wie Menschen in verschiedenen – schönen wie schweren – Lebenssituationen zu begleiten. Daher freut sie sich darauf, im Pfarrteam einer großen Kirchengemeinde mit einem breiten Spektrum an Angeboten und vielen Mitarbeitenden tätig zu sein.

Berufliche Stationen

Ruth Sauerwein ist in einem kleinen Dorf im Hintertaunus aufgewachsen und hat Theologie in Mainz und Göttingen studiert. Ein Schwerpunkt war die Beschäftigung mit dem Alten Testament. Währendem sie an ihrer Doktorarbeit über den alttestamentlichen Propheten Elischa schrieb, verbrachte sie ein Jahr mit ihrem Mann in einer kleinen Gemeinde im US-amerikanischen Honeoye, wo er als Pfarrer tätig war. „Das war eine schöne und prägende Erfahrung für uns beide“, betont sie. Das Ehepaar kehrte zurück nach Deutschland und sie absolvierte ihr Vikariat in Hachenburg im Westerwald. Nicht zufällig führte sie ihr Spezialvikariat an die Akademie für Tonkunst in Darmstadt, denn die Theologin liebt Musik und spielt Posaune und Schlagzeug. Nach dem Umzug nach Traisa war sie bis zur Geburt ihres zweiten Kindes als Pfarrerin in Fürth im Odenwald tätig. In den mehr als zwei Jahren hatte sie neben dem klassischen Pfarrdienst noch die Kinder- und Jugendarbeit in der Kirchengemeinde übernommen. Gut angekommen bei Jugendlichen sind in ihrer Fürther Zeit die Prime-Time-Gottesdienste, die sie mitinitiiert hat. Filmausschnitte von ‚Star Wars‘ bis zu ‚The Big Bang Theory‘ – bildeten den Einstieg in Glaubensthemen, die für diese Altersgruppe relevant sind. „Die Konfis aus den Weschnitztaler Gemeinden waren begeistert und beteiligten sich gerne – auch mit Voten per Smartphone“, sagt Ruth Sauerwein. Danach begann ihre zweijährige Elternzeit und es folgte der Vertretungsdienst in Traisa. In Pfungstadt übernimmt sie ab Oktober die halbe Pfarrstelle, die längere Zeit vakant war, nachdem Barbara Görich-Reinel in den Polizeipfarrdienst wechselte.

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